Kennen Sie das auch? Irgendwo im Schrank liegen noch alte Videokassetten oder Filmrollen. Darauf sind vielleicht die ersten Schritte der Kinder, Familienfeiern, Urlaubsreisen oder andere schöne Erinnerungen festgehalten.
Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und wir mehr Zeit zu Hause verbringen, wäre doch eine gute Gelegenheit, diese alten Schätze wieder hervorzuholen.
Doch wie lassen sich Aufnahmen, die vielleicht schon 30, 40 oder sogar 50 Jahre alt sind, in die heutige digitale Welt retten?
Erst einmal nach den alten Schätzen schauen
Bevor Sie loslegen, sollten Sie Ihre Filme und Videokassetten vorsichtig auf sichtbare Schäden, Schmutz oder Schimmel untersuchen. Denn ältere Aufnahmen können mit der Zeit Schaden nehmen.
Tipp!
Schimmelige oder beschädigte Bänder sollten nicht testweise abgespielt werden, und bei sehr wertvollen Originalen kann ein Fachbetrieb sinnvoller sein als eigene Versuche. Das schützt die Erinnerungen vor zusätzlichen Schäden.
Und dann gibt es noch ein anderes Problem: Wo ist eigentlich das passende Abspielgerät geblieben?
Viele Videorecorder und Filmprojektoren wurden längst durch modernere Geräte ersetzt oder entsorgt. Vielleicht steht noch einer auf dem Dachboden. Vielleicht aber auch nicht.
Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihre Erinnerungen trotzdem zu digitalisieren.
Möglichkeit 1: Selbst digitalisieren
Wenn Sie noch einen funktionierenden Videorecorder oder eine passende Videokamera besitzen, können Sie viele ältere Videoaufnahmen selbst auf den Computer übertragen.
Dafür benötigen Sie je nach Gerät einen sogenannten USB-Videograbber. Das ist ein kleines Gerät, das den Videorecorder mit dem Computer verbindet. Eine passende Software nimmt das abgespielte Video auf und speichert es als digitale Datei.
Fehlt Ihnen das Abspielgerät, lohnt sich vielleicht eine Nachfrage bei Freunden oder Bekannten. Manchmal findet sich auch noch ein gebrauchtes Gerät auf dem Flohmarkt oder im Internet.
Allerdings sollten Sie vorher überlegen, ob sich der Aufwand lohnt. Denn neben der Anschaffung der Geräte benötigen Sie auch Zeit und etwas Geduld. Das Überspielen einer zweistündigen Videokassette dauert normalerweise auch zwei Stunden.
Gut zu wissen: Nicht jedes Gerät eignet sich für jedes Filmformat. Eine VHS-Kassette lässt sich anders digitalisieren als beispielsweise ein Super-8-Film.
Möglichkeit 2: Einen Digitalisierungsdienst beauftragen
Wenn Ihnen das alles zu technisch erscheint oder Sie keine passenden Geräte mehr besitzen, können Sie Ihre alten Aufnahmen auch von einem professionellen Dienstleister digitalisieren lassen.
Solche Unternehmen verfügen über spezielle Geräte und bieten die Digitalisierung verschiedener Film- und Videoformate an.
Ein Beispiel ist medienrettung.de.
Der Vorteil: Sie müssen sich nicht selbst mit der Technik beschäftigen. Dafür entstehen Kosten, die unter anderem vom Format, der Menge und den gewünschten Leistungen abhängen.
Vergleichen Sie deshalb vorher die Angebote und achten Sie darauf, welche Leistungen im Preis enthalten sind.
Bedenken Sie außerdem, dass Sie Ihre persönlichen Erinnerungen für die Bearbeitung aus der Hand geben müssen. Fragen Sie nach, wie die Originale behandelt, zurückgeschickt und die digitalen Dateien gespeichert werden.
Und wohin mit den digitalisierten Erinnerungen?
Geschafft! Ihre alten Aufnahmen liegen nun als digitale Dateien vor.
Aber damit sind sie noch nicht automatisch für die Zukunft gesichert.
Speichern Sie Ihre Videos möglichst an mindestens zwei verschiedenen Orten, beispielsweise auf dem Computer und einer externen Festplatte. Noch besser ist eine zusätzliche Sicherung, die getrennt aufbewahrt wird.
Bewahren Sie auch die ursprünglichen, unbearbeiteten digitalen Dateien auf. Denn die Technik entwickelt sich weiter. Vielleicht lassen sich Ihre Aufnahmen in einigen Jahren noch besser bearbeiten.
Und wenn die alten Filmrollen und Kassetten in gutem Zustand sind, behalten Sie auch diese als Originale.
Kann Künstliche Intelligenz alte Videos verbessern?
Ja, inzwischen gibt es Programme, die mithilfe von KI ältere Aufnahmen verbessern können. Sie können beispielsweise Bildrauschen reduzieren, verwackelte Videos stabilisieren oder die Bildschärfe erhöhen.
Allerdings kann auch KI keine Wunder vollbringen. Stark beschädigte oder fehlende Bildinformationen lassen sich nicht zuverlässig wiederherstellen.
Vielleicht wird aus einem alten Familienvideo so ein ganz besonderer digitaler Schatz, den Sie auch mit Ihren Kindern und Enkelkindern teilen können.


